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Buchneuerscheinung: Kriegsende und Polenzeit in Spahnharrenstätte – 1945-1947

In Tagen wie diesen, wo alles um die Corona-Epidemie und ihre Überwindung kreist, werden sich die Menschen über die Endlichkeit der Dinge und auch ihres Daseins bewusst. Es steht eine Menge auf dem Spiel, die Gesundheit der Familie, das Überleben der Großeltern oder bereits erkrankter Menschen, das Funktionieren der Volkswirtschaft… Es ist noch nicht ausgemacht, dass wir hier alles schadlos überstehen werden.

Der Blick zurück in die Geschichte kann aber bisweilen helfen, die Vorgänge rational einzuordnen, und er kann Mut machen. Vor 75 Jahren etwa, zu Beginn des Monats April 1945, mussten die Menschen im Hümmling erleben, dass die „Front“ durch das Land zog und die englischen und kanadischen Streitkräfte den restlichen  Widerstand der Deutschen Wehrmacht niederkämpften und Dorf für Dorf nach Kriegsrecht einnahmen. Nicht nur Sögel, Werlte, Börger oder Lorup hatten in dieser Zeit eine Vielzahl von Toten und massive Zerstörungen zu beklagen, auch kleineren Ortschaften widerfuhr in dieser Zeit manch schreckliches Ungemach. Hierüber wird aber selten ausführlich berichtet.

Am Beispiel der damals politisch noch selbstständigen Gemeinden Spahn und Harrenstätte haben der Spahner Hans Stevens und der Harrenstätter Heinrich Konen mit Hilfe von Archivmaterial, amtlichen Berichten, schriftlichen Erinnerungen und vielen mündlichen Schilderungen heute noch lebender Zeitzeugen diese Zeit gründlich und facettenreich aufgearbeitet. Das Besondere hierbei ist, dass es hier nicht nur die schrecklichen „Fronttage“ gab, die im Buch minutiös nachgezeichnet werden. Es folgten auch die Evakuierung von Spahn und die Einquartierung Hunderter polnischer D.P.s (Displaced Persons) im Ort im Mai 1945. Die gesamte Bevölkerung Spahns musste überstürzt bei Verwandten und Bekannten in Harrenstätte Unterschlupf und Behausung finden.  900 Menschen lebten nun in weniger als 60, teilweise sehr bescheidenen Wohnhäusern für fast zwei Jahre auf engstem Raum beisammen, und die Spahner hatten unter sehr schwierigen Bedingungen weiterhin ihr Vieh und ihre Äcker aus der Ferne zu versorgen bzw. zu bestellen. Am Ende der Lektüre kann man sagen, dass die Spahn-Harrenstätter diese äußerst schwierige Zeit in bewundernswerter Weise gemeistert haben. Diese Tatsache kann und sollte dahingehend Mut machen, dass wir auch heute die Krise mit vereinten Kräften und in starker Disziplin überstehen und die Gesellschaft gestärkt aus dieser letztendlichen Episode der Weltgeschichte hervorgeht.

Das Buch (Hardcover mit Fadenbindung) umfasst 115 Seiten. Es ist reich mit Fotos und Karten illustriert und kann käuflich in der Raiffeisenbank Spahn-Harrenstätte zum Preis von 23 Euro erworben werden.



 
Text+Foto: Dr. Heinrich Konen
Veröffentlicht: 31.03.2020


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